Ägyptischer Christ wegen Blasphemie hinter Gittern – Nachbarn leben in Angst

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Name: Abdo Adel

Land: Ägypten

Verhaftet: 2018

Urteil: Wegen angeblicher Blasphemie 3 Jahre Gefängnis

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Ägyptischer Christ wegen Blasphemie hinter Gittern – Nachbarn leben in Angst

Zum „Gefangenen des Monats Mai“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea den Christen Abdo Adel aus dem Dorf Menbal in Mittelägypten benannt. Sie rufen dazu auf, sich für den 43-Jährigen einzusetzen. Adel gehört der koptisch-orthodoxen Minderheit in Ägypten an. Ein Gericht verurteilte ihn Ende 2018 zu einer dreijährigen Gefängnisstrafe wegen angeblicher Gotteslästerung. Er hatte am 5. Juli 2018 auf Facebook die Religionsstifter Jesus und Mohammed miteinander verglichen. Am Tag darauf zeigten ihn muslimische Nachbarn wegen Beleidigung des islamischen Propheten Mo-hammed an.

Nach ägyptischem Recht kann dieser Tatbestand mit bis zu fünf Jahren Gefängnis bestraft werden. Zusammen mit seinen Angehörigen hofft er nun auf einen Freispruch in der nächsten Instanz. Wenige Tage nachdem Adel am 6. Juli 2018 verhaftet worden war, griffen aufgebrachte Dorfbewohner ihre christlichen Nachbarn an, indem sie Steine warfen und Parolen schrien. Nur durch den Einsatz von Sicherheitskräften blieb es bei Sachschäden und leichten Verletzungen. Knapp ein Drittel der dortigen Dorfbevölkerung bekennt sich zum christlichen Glauben und lebt seither in Angst. 

Hintergrund

Es gibt hauptsächlich zwei christliche Gruppen in Ägypten: (a) die historisch ge-wachsene Gemeinschaft der Kopten, die meisten von ihnen orthodoxen Glaubens und (b) die kleine, aber wachsende Gruppe der Christen muslimischer Herkunft. Bei-de sind im ganzen Land vertreten, obwohl es eine deutliche Konzentration der Kop-ten in Oberägypten sowie in den Metropolen Kairo und Alexandria gibt. Christen muslimischer Herkunft haben in Ägypten zu allen Zeiten unter Verfolgung gelitten. Die große koptische Minderheit hingegen war zwar Repressalien ausgesetzt, im Großen und Ganzen wurde sie aber wegen ihrer historischen Präsenz und ihrer de-mographischen Größe (ungefähr 10 Millionen) toleriert. Christen muslimischer Her-kunft werden vor allem durch die eigene Familie verfolgt: Angehörige bestrafen Kon-vertiten oft dafür, den Islam verlassen und damit Schande über die Familie gebracht zu haben. In den letzten Jahren hat allerdings eine Verlagerung der Verfolgung stattgefunden, so dass verstärkt auch traditionelle Christen Opfer von Verfolgung werden.

Quelle: Internationale Gesellschaft für Menschenrechte IGFM und OpenDoors


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